Das ist ja unerhört“, sagt der Chef zur Gehaltsforderung seines Mitarbeiters. Manche Beter sehen sich mit einem anderen Verständnis des Wortes „unerhört“ konfrontiert, nämlich: Gott hört uns scheinbar nicht oder er erfüllt zumindest das Gebet nicht so, wie wir dachten.

Da betet jemand seit Jahren, dass der Ehepartner auch an Christus gläubig wird, aber es geschieht nicht. Eine ganze Gemeinde betet um Erweckung, aber es tut sich nichts. Ein Hauskreis betet für die kranke junge Mutter, und dann stirbt sie doch. Und der Schüler, der vor der Klausur nicht nur gelernt, sondern auch gebetet hat, bekommt doch eine schlechte Note usw.
Unerhörte Gebete müssen verstanden und verkraftet werden. Du darfst klagen, das lehrt uns Gottes Wort. Sag ihm doch, was du nicht verstehst. Und arbeite dich mit den folgenden biblischen Hinweisen weiter an „deine Antwort“ heran:



  • Paulus bat den Herrn mehrfach um Hilfe, aber Gott griff nicht so ein, sondern verwies seinen Mitarbeiter auf seine Gnade und gab ihm viel Kraft in seiner Schwachheit (2. Kor 12).
  • Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist“ (Jak 5,16). Gott hört jedes ernst gemeinte Gebet und wird reagieren. Aber Gott kann und wird nicht jede Bitte erhören, weil es nicht wirklich gut für uns wäre.
    Denn „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege“ (Jes 55, 8f ). Das zu unterscheiden ist wichtig, um Gottes Souveränität nicht anzugreifen. Souveränität meint nicht Willkür!

    Dein Wille geschehe“ (Mt 6,10). So lehrt Jesus uns zu beten. Was will Gott denn für uns? Paulus nennt dazu drei Aspekte des göttlichen Willens: das Gute, Wohlgefällige und Vollkommene (Röm 12,2b).

 

  • Eure Sünden verbergen Gottes Angesicht vor euch, dass ihr nicht gehört werdet“ (Jes 59,2). Das galt auch nicht nur in alten Zeiten.

 

  • Auch unser Gehorsam ist bei Glaubenserfahrungen gefragt; sicher nicht nur für den gelähmten Mann, damit er das Wunder erlebte (Joh 5, 1 ff ).
  • Worum ihr mich in meinem Namen bitten werdet, das will ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird“ (Joh 14,13). „In Jesu Namen“ ist keine Formel, sondern ein Hinweis zur Verherrlichung.

 

  • Stehen denn Bitten und Anbetung in einem angemessenen Verhältnis? Was ist dir die wichtigste Motivation beim Beten? Off 5,12 gibt die Antwort!
  • Glaube, der Berge versetzt? (Mt 21,21 ff ). Noch nie ist ein echter Berg durch Gebet versetzt worden, oder? Ich weiß jedenfalls nichts davon. Ist unser Glaube denn groß genug? Oder meint der Herr vielleicht ganz andere Berge? Ich kann dies nur in Verbindung mit Mark 9, 23 ff verstehen und bete demütig mit: ich glaube – hilf meinem Unglauben.

Hör nie auf zu beten! Gott hört und handelt!


Harald Petersen

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