Was hat Weihnachten denn damit zu tun?

Immerhin ist „Familien-Aufstellung“ ein Fachbegriff aus dem beraterisch-therapeutischen Bereich. Bei einem solchen „Setting“ stellt jemand einige Personen (meist sind es solche, die man bisher gar nicht kannte) symbolisch für die eigenen Verwandten im Raum auf.
Dabei wird schon mal jemand alleingelassen in eine Ecke des Raumes gestellt, andere sollen sich den Rücken zu kehren und weiterestehen in enger Beziehung dicht beieinander und sehen sich an oder fassen sich an den Händen, usw. Danach wird das kommentiert und symbolisch miteinander kommuniziert, um auf diese Weise schwierige Familiensituationen durchschaubarer zu machen und Traumatisches möglichst zu verarbeiten sowie Schritte für die Zukunft zu überlegen.

Und was hat das nun mit Weihnachten zu tun?

In gewisser Weise erleben wir unser Weihnachtsfest doch auch wie eine Familien-Aufstellung, oder nicht? Wer besucht wen? Zu wem hat man ein intensives Verhältnis? Undwo möchte man gerade nicht hin? Welcher Stress entlädt sich – zwischen welchen Personen - ausgerechnet wieder am Feste der Feste, wo es doch harmonisch zugehen sollte?
Und wer steht allein da, weil die Familie fehlt– oder das Band der Familie vielleicht noch nicht zerrissen, aber doch sehr angespannt ist? Welche Hoffnungen erfüllen sich, und wo bleiben Enttäuschungen zurück?

Familien-Aufstellungan der Krippe Maria, Josef, Jesus. Fertig. Die staunenden Hirten gehören nicht zur Familie. Die weitgereisten Weisen nicht. Der gestresste Wirt auch nicht. Ochs und Esel oder was sonst noch im Stall rumkrabbelte, waren zwar anwesend, aber sie zählen erst recht nicht mit.
Die Eltern und Jesus, das war's. Damit hat alles begonnen. Wie bei uns.

Aber dann ist diese kleine Familie gewachsen; auch wie bei uns. Jesu Familie wurde größer und größer und ging später über das menschliche Verwandtschaftsverhältnis weit hinaus. „Wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter“, so erklärt Jesus selbst seine neue Großfamilie (Mt 12, 50).

Durch den Gehorsam Gott gegenüber sind wir drin, in Jesu Familien-Aufstellung.

Dann kann Weihnachten werden, denn wir sind nicht ausgeschlossen. Das Fest findet nicht ohne uns statt. Sondern in uns. Ohne dieses „in uns“ nutzt nämlich alles „um uns“
nichts, sondern hat nur einen feierlichen Nebeneffekt. Den mag ich auch, keine Frage.
Der soll auch nicht schlecht gemacht werden. Aber unser Augenmerk sollte auf dem liegen, was Jesus gut gemacht hat, auf der Hauptsache eben. Gottes Engel bringt die gute Nachricht: „Siehe, ich verkündige euch große Freude, die dem ganzen Volk widerfahren wird, denn euch ist heute der Heiland geboren; das ist Christus, der Herr “ (Luk 2,10f ). Die wenigen Hirten hören es als Erste, aber es gilt allen. Denn mit Weihnachten hat Gottes neue Familien-Aufstellung begonnen und führte über Karfreitag zu Ostern und Himmelfahrt. Das volle Programm für uns.
Ein Geschenk nach dem anderen.

Wenn wir durch den Glauben und die Vergebung unserer Schuld zur Familie Jesu Christi gehören, dann haben wir auch eine klasse Beziehung zum Vater im Himmel. Heil eben, durch den Heiland. Wieder gut gemacht.
Freuen uns auf den Vater und über ihn. Suchen seine Nähe. Reden und singen von ihm.
Sprechen mit ihm. Schenken wir ihm unserHerz? Schenken wir ihm unser Herz! Abernicht nur das, sondern auch unser Hirn. Undhören, was er uns für heut und morgen zusagen hat, um gut für die Zukunft aufgestelltzu sein.

Morgen?

Die Krippenfiguren werden nach den Feiertagen wieder auf dem Dachboden verschwinden, ebenso wie die Feiertage selbst schnellrum sind und uns der Alltag wieder einholt.
Falls das nicht zu Weihnachten schon eine „schöne Bescherung“ war, festzustellen, dass wir viel Alltagsstress in uns und mit uns rumschleppen, so dass es nicht immer feierlich zugeht. Da ändert dann auch die weihnachtliche Deko nichts dran. Denn was drin ist, darauf kommt es an. Darum wünsche ich jedemviel Jesus Christus in sich (Gal. 2,20).
In diesem Sinne gesegnete, frohe Feiertage im Kreise der großen Familie Jesu und einen guten Start ins neue Jahr.

Ihr/Euer Pastor

Harald Petersen

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