Moment mal!

Immer mehr Menschen trinken ihren Kaffee aus Einwegbechern. Dabei entstehen nicht nur Müllberge, die Abfallkörbe voll stopfen; auch in der Produktion verschlingen sie immense Ressourcen.
2,8 Milliarden Coffee-to-go-Becher werden in Deutschland durchschnittlich im Jahr verbraucht. Das sind 320.000 pro Stunde.
300.000 Kilometer ist der Turm hoch, derentstehen würde, wenn man diese 2,8 Milliarden Coffee-to-go-Becher übereinanderstellt. Das ist siebenmal rund um die Erde. 29.000 Tonnen Papier werden benötigt, um die Becher herzustellen. Das sind 64.000 Tonnen Holz.



43.000 Bäume müssen dafür gefällt werden. 1,5 Milliarden Liter Wasser werden bei der Herstellung dieser Einwegbecher benötigt, das ist ein halber Liter pro Becher - also mehr, als anschließend eingefüllt wird. Das entspricht dem Jahresverbrauch von 32.000 Menschen. 320 Millionen Kilowattstunden pro Jahr an Energie wird für die Herstellung der Papierfasern aufgewendet. Das entspricht dem jährlichen Stromverbrauch der Einwohner von Schwerin, der mecklenburgischen Landeshauptstadt.

22.000 Tonnen Rohöl werden bei der Herstellung der Beschichtungen und der Deckel der Einwegbecher verbraucht. 40.000 Tonnen Müll fällt jedes Jahr durch Einwegbecher in Deutschland an. Das entspricht dem Gewicht von mehr als 33.000
VW-Golf!
Verrückt genug sind wir, um Dinge zu erfinden, herzustellen, zu vermarkten - und dann zu merken, dass sie uns ökologisch über den Kopf wachsen. Verrückt genug, denn es sind ja nicht nur diese bunten Becherchen. Sie sind nur ein aktuelles Beispiel, dass durch die Presse ging.

„Was geht mich das an? Ich mit meinen paar Becherchen ...“ - Aber 34 Coffee-to-go-Becher, die jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr verbraucht, sind ein paar zu viel. Denn aus ihnen setzt sich der riesige Berg zusammen. Außerdem könnten wir auch von Plastiktüten reden, oder lieber besser nicht, denn dieUmweltbilanz wäre wohl noch schlimmer! Unsere Bequemlichkeit hat einen hohen Preis.

Ich frage mich, ob wir, jeder einzelne von uns, auch >verrückt genug< sein könnten, um gegenzusteuern? Ich weiß, ein Einzelner kann kaum was ausrichten gegen die wirtschaftlichen Interessen der Industrie. Wirklich nicht? Immerhin will die Wirtschaft uns doch als Käufer gewinnen, macht darum alles so bequem wie möglich und erzieht uns zur Wegwerfgesellschaft. Koste es, was es wolle. Wir wollen's aber auch einfach haben, stimmt's? Der Kunde ist doch letztlich der, der entscheidet. Wenn wir nicht alles bedenkenlos konsumieren, wird sofort weniger produziert; verrückt, dass das so einfach und zugleich so schwer ist. Wenn jeder ein bisschen umdenkt, sich nicht einfach kaufen lässt und andere motiviert mitzumachen, dann geht doch was. Und zwar nicht nur beim Plastikmüll, sondern auch in anderen Bereichen der wertvollen, einmaligen Schöpfung Gottes.

Anfang Oktober ist Erntedank. Das ist kein nostalgisches Fest für ein paar Ältere, die noch wissen, dass Kartoffeln nicht per Mausclick wachsen, sondern ein Aufruf an alle zum verantwortlichen Umgang mit dem, was Gott uns gibt.

Harald Petersen
(alle statistischen Angaben lt. STERN-Bericht im Internet)

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