„Wie soll ich die Menschen von heute beschreiben? Sie sind wie spielende Kinder auf der Straße, die zu ihren Freunden sagen: >Wir haben Musik gemacht und ihr habt nicht getanzt. Danach haben wir Beerdigung gespielt, und ihr seid nicht traurig gewesen<. Johannes fastete oft und trank keinen Wein. Da habt ihr gesagt: >Der ist ja von einem bösen Geist besessen!< Nun ist der Menschensohn gekommen, isst und trinkt wie jeder andere, und ihr beschuldigt ihn: >Er isst unmäßig und trinkt wie ein Säufer; und zwielichtige Gestalten sind seine Freunde<. (Matthäus 11, Vers 16-19 Hfa)


Egal wie man ́s macht, einer meckert immer. Das in etwa meint Jesus hier. Johannes der Täufer aß und trank nicht und sie redeten übel über ihn. Jesus aß und trank und feierte mit, wenn es was zu feiern gab. Und schon zerrissen sie sich auch über ihn das Maul. Hinzu kam, dass er nach Meinung vieler Menschen in „schlechter “ Gesellschaft feierte, nämlich mit Zöllnern und Sündern. Einer meckert immer. Das war damals nicht anders als heute. Selbst wenn ich das Wort „meckern“  vermeide,  so  gehen  die  Einschätzungen und Kommentare zum Feiern doch sehr auseinander. Klar ist das auch Geschmackssache und hat mit eigener Lust und Laune zu tun. Und mit der Frage, was passt zu einem Leben als Christ?

In bin sehr froh, dass vieles heute nicht mehr so eng gesehen wird wie noch vor einigen Jahren bzw. Jahrzehnten. Denn vieles, was man damals schief angesehen hat, war nicht wirklich biblisch begründet, sondern „nur traditionell“. Was ja nicht das Gleiche ist. Und natürlich wollte man gern auch Schaden von anderen abwenden, indem man etwas verboten hat oder warnte.

Trotzdem sollten wir nicht auf der anderen Seite vom Pferd fallen, sondern sehr wohl bedenken, was (uns) gut tut. Letztlich hat jeder seine Feierlaune vor Gott zu verantworten. Übrigens auch die, die zu ernst durchs Leben gehen, als hätte Gott uns nicht reich beschenkt und das Leben gegeben, um es zu genießen.
Das Leben feiern – wie geht das? Zuerst sollte man erkennen, dass wohltuendes  Feiern  keinen  besonderen  Anlass  braucht! Keinen Geburtstag, keine Hochzeit, keinen kirchlichen Feiertag o.ä. Das Leben an sich als Gottes Geschenk bietet Grund genug, fröhlich zu sein und das mit anderen Menschen zu teilen. Sich an etwas oder über etwas zu freuen, reicht doch schon. Das kann man feiern. Im kleinen Rahmen. Spontan. Ohne Kerzen. Einfach mal so.

Dann ist es hilfreich, sich guter Gemeinschaft bewusst zu werden. Dass da Menschen sind, die uns mögen. Oder sogar lieb haben. Dass wir einander haben. Dass wir Freud und Leid teilen können. Denn sogar beim Tod reden wir von Trauer>feier<, gestalten also den Abschied gemeinsam und angemessen. Es gibt viele Möglichkeiten, sich ́s im Leben einfach mal schön zu machen und damit den durchaus vorhandenen Schwierigkeiten und Herausforderungen des Lebens etwas Schönes entgegen zu setzen (vgl. auch Prediger 3 >Alles hat seine Zeit<). Das hebt die Stimmung; auch unabhängig vom Gläschen Wein. Auf das rechte Maß kommt es an, wie so oft im Leben.

Man muss es nicht übertreiben. In der Bibel wird mehrfach zur Mäßigung geraten, was nicht nur auf Essen und Trinken zu beziehen ist, sondern lt. Paulus in 1. Korinther 6,12 ff viel weiter zu fassen ist. Wirklich frei ist, wer nein sagen kann. Um dann zu erleben, dass man oft gar nicht nein sagen muss! Feiern bedeutet, etwas vom Alltäglichen abzusetzen.

Es gibt ja auch den Feierabend. Eigenartig, dass man die tägliche Zeit nach dem beruflichen Schaffen so benannt hat. „Endlich Feierabend“ sagt aber auch die Hausfrau und Mutter, wenn sie abends mit der Arbeit fertig und auch kräftemäßig >geschafft< ist. Danach sollte etwas folgen, was gut tut. So
kann man durchaus ein kleines Abendessen nett gestalten und feiern, statt nur futtern wie bei Muttern. Wie oder wann könntest du deinen täglichen Abend feiern? Weil du erfolgreich gearbeitet hast, weil du überhaupt Arbeit hast, weil du Kraft zum Arbeiten hattest, weil Arbeit Freude und Sinn macht, aber auch weil Leben nicht nur Arbeit ist!

Jesus jedenfalls hat offenbar gern gefeiert und sich mit Menschen gefreut. Wie es im Judentum überhaupt anders zur Sache ging mit Pauken und Trompeten. Man feierte auch über mehrere Tage. Und im Himmel wird auch wieder gefeiert!
Gutes, feierliches Nachdenken wünscht

Ihr/Euer Harald Petersen

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