Am vergangenen Sonntag hat die Freie evangelische Gemeinde Frohnhausen ihre Veranstaltungsreihe „After Eight“ fortgesetzt. „Nach acht“ Uhr abends kamen wieder einige in das Gemeindehaus der Frohnhäuser, um einen Vortrag zum Thema „Christsein - Was bringt‘s?“ zu hören. Redner war Burkhard Theis, der als Bundessekretär im Bund Freier evangelischer Gemeinden arbeitet.
Der ehemalige Pastor der FeG Frohnhausen stellte die Frage: „Warum brauche ich Hoffnung, wenn sich sowieso alle Hoffnung nur auf dieses Leben bezieht?“ In Anspielung auf die „Atheismus-Debatte“ der letzten Monate beklagte er, die Existenz Gottes werde oft auf einen „Gottes-Gen-Komplex“ in unserem Gehirn reduziert. Außerdem würden einschlägige Nachrichtenmagazine gläubige Christen als „Fanatiker“ darstellen. Auch sei oft die Rede von „evangelikal Verblendeten“, die sich vor der Wirklichkeit verschlössen. Laut Meinung von Kritikern habe man früher von Gott geredet, weil man sich viele Phänomene nicht anders erklären könne. Doch je weniger offene Fragen blieben, desto weniger brauche man einen Gott.
Theis stellte fest: Die Mehrheit der Menschen wollen das Kreuz nicht, verstehen es nicht oder tut es ab.“ Die Minderheit, die sich für den christlichen Glauben entscheidet, werde allzu oft als „fanatisch“ abgestempelt. Wer zum Beispiel nicht für das Recht auf Abtreibung bestehe, werde in diese Schublade gesteckt. Darüber hinaus seien viele Meinungsführer in den Medien der Meinung, dass man Religion generell abschaffen müsse.
Die Bibel lehre Anderes: „Wir sind gerecht geworden durch den Glauben. Durch diesen Glauben haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus.“ Christen seien bereit, sich von Gottes Gnade beschenken zu lassen und Vergebung der Sünden zu erfahren.
Auch beeindruckende Persönlichkeiten wie Dietrich Bonhoeffer hätten Gott ganz real erfahren. Bonhoeffer, der im Konzentrationslager Flossenbürg ermordet wurde, habe gedichtet: „Und reichst Du uns den schweren Kelch, den bittern, des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand, so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern aus Deiner guten und geliebten Hand.“ Theis fragt rhetorisch: „Ist das, was Bonhoeffer Trost gespendet hat und diese Worte schrieben ließ, denn etwa auch der Gotteswahn?“ Dieser Trost sei keine rein psychologisch erklärbare Erfahrung, sondern die Erfüllung der Zusage Jesu Christi: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“
Theis fasste diese Sicht in seinem interessanten Vortrag zusammen: „Wir sehen ein, dass wir nicht durch irgendwelche Leistungen Gott gefallen können, dass wir Sünder sind und weit weg von Gott. Wir sehen aber auch ein, dass da einer für uns sterben müsste und das glauben wir.“ Es sei ganz normal, dass dann aber auch Taten folgen, die die Liebe von Jesus zu den Christen widerspiegelt.
Verdienen könne man sich die Gnade Gottes aber nicht. Im Mittelalter habe man sich seine Seligkeit durch Ablassbriefe erkaufen können. Martin Luther habe dann erkannt, dass Gott gnädig sei und jeder gerettet sei, der seinen Sohn Jesus Christus annehme.
Burkhard Theis kommt zu dem Schluss: „Christsein - was bringt‘s: Lieder in der Krise, Stärke trotz Bedrohung, volles Leben trotz Mangel.“
Die „After-Eight“-Veranstaltungen finden seit einiger Zeit in unregelmäßigen Abständen in der Freien evangelischen Gemeinde Frohnhausen (Gartenstraße) statt. Informationen und Kontakt gibt es hier auf unserer Homepage.
In der Bilder-Galerie von After Eight gibt es Bilder zu der Veranstaltung.