Wir, die Jugend der FeG Frohnhausen, haben vom 17.07. – 02.08.2009 einen Missionseinsatz in Recife (Brasilien) durchgeführt. Wir haben dort u.a. beim LEVANTE-Projekt mitgearbeitet und dieses unterstützt. Was wir dort genau erlebt haben, versuche ich (Marcel) euch jetzt darzustellen:
Freitag, 16. Juli 2009, 02:00 Uhr in der Nacht. Ich setze mich ins Auto und fahre Richtung Frankfurter Flughafen. Es ist wirklich soweit – wir fliegen nach Brasilien. Das letzte halbe Jahr - geprägt von harter Arbeit und anstrengenden Vorbereitungen - ist vorbei. Und jetzt können (dürfen) wir wirklich nach Brasilien fliegen. Abflug 6:20 Uhr – Ankunft in Lissabon 08:30 Uhr. Aufenthalt 7 Stunden(!). Abflug Richtung Recife 16:00 Uhr – Ankunft in Recife 19:50 Uhr Ortszeit. Das war schon ziemlich anstrengend und wir sind auch alle an dem Abend ziemlich erschöpft ins Bett gefallen… aber was dann am nächsten Tag auf uns wartete war schon fantastisch – einen Strand, den ich nur aus Bilderbüchern kannte… 100 m von unserer Pension entfernt.
Samstag & Sonntag stand das Kennenlernen der Kinder vom Sitio (Kinderheim des LEVANTE-Projekts) und der Mitarbeiter auf dem Programm. Dabei wurde viel Fußball gespielt, Musik gemacht, es wurden die ersten Versuche gestartet portugiesisch zu lernen, sowie viel Quatsch mit den Mitarbeitern (wir haben zum Beispiel eine halbtote Schlange aus dem Dschungel geholt, ein Bild davon gibt´s in unserer Bildergalerie…).
An den beiden ersten Abenden waren wir auch schon direkt Teil der Gottesdienste – wir führten unser Anspiel auf und haben als Chor ein paar Lieder gesungen… Vor allem das Anspiel ist extrem gut angekommen – wir haben von Lifehouse „Everything skit“ augeführt. Wen’s interessiert, einfach mal auf www.youtube.com surfen.
Von Montag bis Mittwoch haben die Jungs dann in Escada beim Bau bzw. Fertigstellen eines neuen Gemeindehauses mitgeholfen. Innen mussten die Wände und Decken noch abgeschliffen sowie mit Kalk gestrichen werden, und außen war es mal nötig, den ganzen angestauten Müll zu verbrennen und ein bisschen aufzuräumen…
Weiter geht´s mit Klick auf den "Weiterlesen"-Button...
Zur gleichen Zeit haben die Mädels in Escada im alten Gemeindehaus Kinderstunde gehalten. Was für uns alle schon ziemlich erschreckend war, war die Tatsache, dass dort viele Kinder oder Teenager schon mit ihren eigenen Babys in die Kinderstunde gekommen sind. Andre Pascher meinte sogar, dass ein sehr hoher Prozentsatz von Mädchen im Alter von 11 Jahren nicht mehr Jungfrau sei…
Nach den drei Tagen Escada sind wir für eine Woche ins Sertao gefahren. Das liegt ca. 350 – 400 km im Landesinneren. Dort sind noch 20 weitere Brasilianer zu unsere Gruppe dazu gestoßen (oder wir zu ihnen???) und wir haben gemeinsam dort in der kleinen Stadt - Afogados - verschiedene Einsätze durchgeführt. Das war wirklich was ganz besonderes. Man kannte sich nicht wirklich, man konnte sich nicht mit Worten verständigen, aber man spürte trotzdem sofort eine besondere Verbindung zu jedem Einzelnen. Die sprachliche Kommunikation war dadurch dann auch überhaupt kein Problem mehr. Mit Händen und Füssen hat man sich schon irgendwie das vermitteln können, was man weitergeben wollte. Die Gemeinschaft untereinander war schon was Besonderes…
Unsere Aktionen in Afogados sind wirklich von Gott gesegnet gewesen. Wir durften bei einer gerade stattfindenden Schul-Olympiade nach der Siegerehrung auf die Bühne und Interviews mit einigen unserer deutschen Sportler durchführen (Tyll ist Europameister im Taekwondo; Salo ist Weitsprung-Europameisterin im Bereich des Behindertensports, sowie Paralympic-Teilnehmerin von Athen 2004). Dabei konnten diese Zeugnis geben und aus ihrem Leben mit Gott berichten. Ich kann mich noch genau daran erinnern wie das Publikum reagierte, als Tyll sagte, dass er wegen Jesus Christus in Brasilien sei – sie applaudierten und jubelten… Wow!
Des Weiteren haben wir auf dieser Bühne vor ca. 2000 (!) Besuchern das Anspiel aufgeführt, welches dort auch wieder unglaublich gut angekommen ist. Die Leute sind förmlich ausgeflippt, als „Jesus“ sich zwischen das Mädchen und ihre „Versuchungen“ stellt (wer das Video bis jetzt immer noch nicht gesehen hat sollte sich das wirklich anschauen – siehe www.youtube.de !!!!).
Besonders beeindruckend empfand ich persönlich aber den Besuch von Nelitos Heimatgemeinde. Nelito ist ein Mitarbeiter von Levante und kommt aus einem Dorf, wo sie erst seit 1991 mit Strom versorgt werden. Einerseits die Armut zu sehen und andererseits eine so große Gastfreundschaft genießen zu dürfen war für uns als „reiche“ Europäer schon schwer zu begreifen … Wenn man sich vorstellt, dass diese Leute ihre Ersparnisse geplündert haben um uns verköstigen zu können, kommen einem schon so manche Gedanken – natürlich haben wir das Essen im Nachhinein großzügig bezahlt, aber alleine die Bereitschaft für „Wildfremde“ seine Ersparnisse aufzubrauchen ist schon enorm.
Natürlich ist nicht alles glatt verlaufen, es gab auch Situationen wo man deutlich gespürt hat, wie der Gegenspieler am Werk gewesen ist. Zum Beispiel ist uns an dem Tag als wir ins Sertao fahren wollten bei unserem Bus die Hinterachse gebrochen, aber Gott hat es doch noch möglich gemacht, dass wir ins Sertao fahren konnten. Auch hat es innerhalb unserer Gruppe mal richtig gekracht – aber das waren alles Dinge, die wir mit Gottes Hilfe ausräumen konnten.
Der Einsatz war zwar richtig anstrengend, ist aber trotzdem ein sehr guter und bewegender Missionseinsatz gewesen. Vieles haben wir erlebt – vieles davon können wir erst jetzt so langsam verarbeiten Vieles hat mich persönlich sehr zum Nachdenken gebracht, und dafür bin ich Gott wirklich dankbar. Man hat neue Blickwinkel bekommen; man ist mit Situationen konfrontiert worden, die für uns Deutsche völlig fremd waren. Wir mussten uns an die brasilianische Spontanität und Flexibilität gewöhnen. Wir mussten uns an brasilianisches Essen gewöhnen – immer und immer wieder Nudeln, Reis und Hühnerfleisch… mittags und abends… Aber wie oben schon geschrieben – der Einsatz war wirklich spitze und hat auch richtig Spass gemacht. Ein paar Eindrück davon könnt ihr auch in unserer Bildergalerie bekommen.
Wer noch weitere Infos haben möchte, wer selbst Interesse hat so etwas durchzuführen oder auch einfach nur wissen möchte wie wir das überhaupt finanziert haben, kann mich gerne anschreiben.
Am Sonntag, 13. September findet übrigens ein Brasilien-Rückblick-Abend im Gemeindehaus statt. Dort gibt es noch mehr Bilder und Infos. Beginn ist um 20 Uhr in der Gartenstr. 2.
In diesem Sinne – viele Grüße
Die Jugend der FeG Frohnhausen





